Das Cluster Medizin.NRW hat seine neue Forschungs- und Innovationsstrategie für die Medizinforschung in Nordrhein-Westfalen veröffentlicht. Das Cluster fungiert als Kompetenzplattform für strategische Partnerschaften im Bereich der innovativen Medizin. Unter Beteiligung von Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und Gesellschaft hat das Cluster in einem Strategieprozess Empfehlungen für die künftige Ausrichtung der medizinischen Forschung und Entwicklung in Nordrhein-Westfalen erarbeitet. Beispielsweise wird angeregt, die Gesundheitsdaten zu harmonisieren und die stärkere Vernetzung von Universitätskliniken und Unternehmen voranzutreiben. Ziel ist, den Transfer von Innovationen entlang des Weges von der Grundlagenforschung bis zum fertigen Produkt weiter zu verbessern und zu beschleunigen.

„Ich danke den Vertreterinnen und Vertretern aus Wissenschaft und Wirtschaft, die sich am Strategieprozess beteiligt haben. Das Strategiepapier des Clusters Medizin.NRW setzt den Rahmen für wichtige Themen für Forschung und Entwicklung in der innovativen Medizin und baut die führende Rolle Nordrhein-Westfalens auf diesem Gebiet weiter aus. Durch die entstandenen Synergien können wissenschaftliche Erkenntnisse und Innovationen aus der Forschung erheblich schneller in marktfähige Produkte und medizinische Anwendungen umgesetzt werden“, sagt Wissenschaftsministerin Isabel Pfeiffer-Poensgen.

Die Expertinnen und Experten identifizierten in dem Strategiepapier drei Themenfelder als besonders wichtig für die Weiterentwicklung der medizinischen Forschung in Nordrhein-Westfalen: Die klinische Forschung als herausragenden Standortfaktor für das Land, die Entwicklung und Anwendung von Gesundheitstechnologien sowie die Digitalisierung des Gesundheitssystems. Als wichtiges Querschnittsthema wurde zudem die Personalisierung der Medizin, also die individuell auf eine Patientin oder einen Patienten zugeschnittene Therapie, benannt. Diese vier Themenfelder sind eng miteinander verknüpft. Die klinische Forschung schafft neues Wissen zum Verständnis von Krankheiten und führt damit zu besseren Möglichkeiten der Prävention, Vorhersage, Diagnostik und Therapie. Sie kommt einem Innovationspool gleich, der häufig Ausgangspunkt für die Entwicklung neuer Gesundheitstechnologien ist. Diese wiederum dienen dazu, Krankheiten vorzubeugen und zu bekämpfen. Dazu zählen beispielsweise Apps zur digitalen Therapieunterstützung.

„Für uns war es wichtig, keine Strategie vorzugeben, sondern gemeinsam mit einer Vielzahl von Akteuren Handlungsfelder zu identifizieren, die für ganz Nordrhein-Westfalen eine große Bedeutung haben“, sagt Clustermanager Dr. Patrick Guidato. „Für einen regelmäßigen Austausch zwischen allen Studienstandorten werden wir im Laufe des Jahres einen Leuchtturm zum Thema Klinische Forschung ins Leben rufen.“

Dr. Susanne Isfort, Sprecherin der Arbeitsgruppe klinische Forschung im Strategieprozess und koordinierende Geschäftsführerin am Center for Translational & Clinical Research in Aachen, erklärt eine weitere zentrale Empfehlung der Strategie: „In unseren Beratungen herrschte große Einigkeit, dass wir Rahmenbedingungen für klinische Studien, wie zum Beispiel den Umgang mit den Anforderungen des Datenschutzes, künftig stärker landesweit harmonisieren müssen, um im internationalen Wettbewerb standzuhalten.“

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