Drei Monate nachdem die Landesregierung aufgrund der Corona-Pandemie den vorzeitigen Startschuss für die Vorstufe des Virtuellen Krankenhauses Nordrhein-Westfalen gegeben hat, kann eine erste positive Bilanz gezogen werden. Über sogenannte Telekonsile steht teilnehmenden Krankenhäusern bei der Behandlung von Covid-19-Erkrankten die intensivmedizinische und infektiologische Expertise der Universitätsklinken Aachen und Münster landesweit zur Verfügung.

Insgesamt wurden 843 Konsile bei 97 Patienten durchgeführt. Der intensive Beratungsbedarf mit mehr als acht Konsilen pro Patient ist auf die Schwere der Erkrankung zurückzuführen. 32 Kliniken haben die telekonsiliarische Beratung regelmäßig in Anspruch genommen.

Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann zeigte sich zufrieden: „Mit der Vorstufe zum Virtuellen Krankenhaus haben wir europaweit einzigartig ein flächendeckend verfügbares Netz zur telemedizinischen Unterstützung der Behandlung von Patientinnen und Patienten mit Covid-19 geschaffen. Dieses hat sich in der Krise bewährt, Fachexpertise landesweit zugänglich gemacht und letztlich Leben gerettet.“

Hintergrund: Die Vorstufe zum Virtuellen Krankenhaus

Eine besondere Herausforderung bei der Bewältigung der Covid-19-Pandemie liegt in der ausreichenden Bereitstellung intensivmedizinischer Behandlungskapazitäten. Aufgrund der Schwere vieler Covid-19-Krankheitsverläufe ist es dabei wichtig, das Behandlungsniveau der Universitätskliniken flächendeckend im Land bereitzustellen. An dieser Stelle setzt die Vorstufe des Virtuellen Krankenhauses Nordrhein-Westfalen an: Krankenhäuser im Land können bei schweren stationären Covid-19-Verläufen direkt auf die intensivmedizinische und infektiologische Expertise der Unikliniken Aachen und Münster zugreifen. Dies geschieht über sogenannte Telekonsile.

Häufigstes Thema im Rahmen dieser Audio-Video-Besprechungen war bislang die anspruchsvolle Beatmung im Rahmen von schweren Lungenversagen. Hier stellen sich häufig Fragen zum Zeitpunkt des Beatmungsbeginns, zur Lagerungstherapie, zur Entwöhnung von der künstlichen Beatmung und zur Therapie sich überlagernder Infektionen.

Das Virtuelle Krankenhaus wird nun zeitnah mit weiteren Indikationen in die eigentliche Pilotphase gehen. Sukzessive sollen dabei digitale Komponenten und Dienste ausgebaut und in ihrem Zusammenspiel im Regelbetrieb optimiert werden.

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